Reisebericht Jewel of the Seas

 

Route:              Hamburg - Amsterdam - Harwich

                        

Reisedatum:     22. Mai 2006 bis 25. Mai 2007

 

 

Im Mai 2007 führte die Jewel of the Seas von Royal Caribbean einige Kurzkreuzfahrten mit Oslo und Hamburg als Basishäfen durch. Die Überführungsreise von Hamburg nach Harwich, von wo das Schiff den ganzen Sommer Trips nach Nordeuropa durchführt, wurde als 4-tägige Kurzkreuzfahrt mit Zwischenhafen Amsterdam zu einem sehr günstigen Preis angeboten.

Da uns die Jewel of the Seas bereits von der Überführung in Papenburg und einer kurzen Jungfernfahrt im April 2004 bekannt war, nahmen wir dieses Angebot gerne war.

Die Buchung erfolgte reibungslos über ein Internet-Reisebüro, die Reiseunterlagen lagen eine Woche vor Abreise im Briefkasten.

 

1. Tag: Anreise nach Hamburg und Einchecken

Da uns das An- und Abreisepaket der Reederei mit Basisflughafen Frankfurt nicht zusagte, entschieden wir uns die An- und Abreise selbst zu organisieren. Nach einiger Internetrecherche waren Flug- und Zugverbindungen gefunden und wir haben einen günstigen Air-Berlin-Flug von Nürnberg nach Hamburg (28 € pro Person) sowie den Rückflug von London-Stansted (109 € pro Person) gebucht. Laut Information aus dem Internet würde die Zugfahrt von Harwich nach Stansted noch mit ca. 34 Pfund pro Person (umgerechnet ca. 51 €) zu Buche schlagen. Somit kostete uns die An- und Abreise annähernd so viel wie die 4-tägige Kreuzfahrt in der Innenkabine mit Vollverpflegung.

Um 7 Uhr morgens ging unser Flug nach Hamburg. Die Anbindung des Hamburger Flughafens an das Hafengebiet ist als miserabel zu bezeichnen. Es gibt die Möglichkeit für 5 € pro Person mit einem Expressbus zum Hauptbahnhof zu fahren, von da aus geht´s dann per U-Bahn (ca. 2 € pro Person) weiter zur Haltestelle Baumwall, von wo aus dann ein ca. 15-minütiger Fußmarsch zum Kreuzfahrtterminal ansteht.

Wir entschieden uns für die Variante mit den öffentlichen Verkehrsmitteln (2,50 € pro Person) mit 3-mal umsteigen (3x Bus, 1x U-Bahn) bis zur Bushaltestelle Dalmannkai. Insgesamt ist man 1 Stunde unterwegs. Hamburg sollte sich da unbedingt etwas einfallen lassen.

Wir kamen um 10:30 Uhr am Kreuzfahrtterminal an. Die Jewel lag bereits am Anleger, von den am Morgen angekommenen Passagieren war, nichts mehr zu sehen. Das offizielle Einchecken ging um 11 Uhr los, an Bord konnte man ab 12 Uhr. Unser Gepäck, natürlich mit den Kofferanhängern von Royal Caribbean versehen, konnten wir direkt abgeben. Wir entschieden uns die halbe Stunde zu warten und checkten anschließend problemlos ein. Erleichtert wurde dies, da wir vom Online-Check-In auf der Homepage von Royal Caribbean Gebrauch gemacht hatten.

Anschließend machten wir einen Spaziergang entlang dem Hafen zu den Landungsbrücken und entschieden uns zu einer Hafenrundfahrt mit einer Barkasse.

Gegen 14:30 Uhr waren wir am Kreuzfahrtterminal und gingen ohne lange Wartezeit an Bord.

Nach der obligatorischen Rettungsübung legte die Jewel um 17 Uhr ab und wir genossen die Ausfahrt entlang der Elbe an Deck.

 

2. Tag: Amsterdam

Am 2. Tag begrüßte uns an Deck strahlender Sonnenschein. Die Nordsee zeigte sich von ihrer besten Seite – kein Wellengang. Wir frühstückten an Deck. Die Ankunft in Amsterdam war für 15 Uhr geplant. Die Zufahrt nach Amsterdam erfolgte durch die Schleuse in Ijmuiden mit anschließender Passage des ca. 20 km langen Noordzeekanaal. Wir verbrachten die Zufahrt zur Schleuse auf dem Vordeck. Die Jewel ist eines der wenigen Schiffe, auf dem Passagiere dort freien Zutritt haben.

Die Passage der Schleuse war sehr interessant. Obwohl es von Weitem nicht so aussieht, hat die Jewel darin gut Platz. Das Schleusen selber dauert ca. 20 Minuten. Während der Passage des Kanals aßen wir im Außenbereich am Heck zu Mittag und genossen die eindrucksvolle Aussicht.
 

Nach einem beeindruckenden Wendemanöver im Hafenbecken von Amsterdam legte die Jewel pünktlich um 15 Uhr vor der Costa Atlantica am Kreuzfahrtterminal von Amsterdam an. Wir gingen von Bord und drehten eine kleine Runde zu Fuß durch die Innenstadt von Amsterdam. Bis zum Bahnhof, und damit Beginn der Innenstadt, sind es vom Terminal 10 Minuten zu Fuß. Auf dem Weg dorthin kommt man auch an einem Fahrradverleih vorbei.

 

Um ca. 19 Uhr kehrten wir auf das Schiff zurück und hatten unser Abendessen im Hauptrestaurant. Da noch viele Passagiere in Amsterdam waren, war es im Restaurant relativ leer. Abends fand auf Deck noch eine Pool-Party mit Eisschnitz-Präsentation statt. Wir ließen den Abend ausklingen und verbrachten die Nacht auf der Jewel im Hafen von Amsterdam.

 

3. Tag Amsterdam

Da uns Amsterdam bei unserem kurzen Rundgang nicht besonders gefiel, schliefen wir erst mal aus und frühstückten anschließend an Deck. Anschließend gingen wir wieder zum Bahnhof, wo auch die Boote für Grachtenrundfahrten wegfahren. Wir machten eine 1-stündige Grachtenrundfahrt, die sehr zu empfehlen ist, da man an allen wichtigen Sehenswürdigkeiten vorbeikommt. Gegen 14 Uhr waren wir wieder an Bord, die Jewel setzte Ihre Kreuzfahrt um 15 Uhr fort. Nach Passage des Noordzeekanaals und der Schleuse bei Ijmuiden ging es in die offene See in Richtung Harwich.

 

4. Tag Harwich, London und Abreise

Die Jewel kam bereits morgens um 4 Uhr in Harwich an. Um 8 Uhr mussten wir die Kabine verlassen. Am Abend zuvor hatten alle Passagiere Kofferanhänger mit verschiedenen Farben bekommen. Jetzt hieß es warten, bis die eigene Farbe aufgerufen wird. Wir verbrachten die Wartezeit im Buffetrestaurant und frühstückten. Gegen 9:30 wurden wir aufgerufen und verließen die Jewel. Im zeltähnlichen Terminal vor dem Schiff waren alle Koffer nach Farben sortiert aufgestellt.

Der Kreuzfahrtanleger ist direkt neben den Bahnhof. Dort kauften wir uns Zugtickets nach London-Stansted. Die Internetpreisauskunft war richtig gewesen.

Der Zug fährt in 1 ½ Stunden zum Bahnhof London Liverpool Street. Dort stellten wir unser Gepäck in der Gepäckaufbewahrung ein, kauften uns ein Tagesticket für die Metro und zogen los zu den Sehenswürdigkeiten von London. Das Wetter war optimal - ca. 20°C und Sonne.

Wir fuhren zuerst mit der U-Bahn zum Tower. Anschließend ging es mit der U-Bahn weiter zum BigBen. Wenn man sich mal an das das System der Londoner U-Bahn gewöhnt hat, ist es eigentlich ganz einfach, die richtige Bahn zu finden. Eine Fahrt mit dem London Eye (Riesenrad) sparten wir uns, 14 Pfund pro Person und über 1 Stunde Wartezeit an einem Wochentag sind etwas übertrieben. Genauso verzichteten wir auf einen Besuch in Westminster Abbey. Stattdessen pausierten wir in einem schönen Park zwischen Downing Street und Buckingham Palace. Vom Palast der Königin ging es dann weiter per U-Bahn zum Piccadilly Circus. Es ist schon beeindruckend mitten auf diesem Platz den Verkehr vorbeiziehen zu sehen. Unsere letzte Station war die St. Pauls Cathedral, die wir noch kurz vor einem Gottesdienst besichtigen konnten.

 

Vom Bahnhof Liverpool Street ging es weiter mit dem Stansted Express zum Flughafen. Unsere Maschine nach Nürnberg hatte ca. 2 Stunden Verspätung. Wir kamen etwas geschafft kurz nach Mitternacht zu Hause an.

 

Eindrücke von der Jewel of the Seas 

Essen

Das Essen auf der Jewel war durchweg positiv. Die Speisen im Buffetrestaurant waren reichhaltig und abwechslungsreich. Von einer reichhaltigen Salatauswahl über Hamburger, Pizza und Pasta, bis hin zu chinesischer Küche, Obst und Nachspeisen war für jeden etwas geboten.

Beim Frühstück konnte man sich Omelette, Rühreier und Spiegeleier frisch zubereiten lassen. Auch das Frühstücksbuffet ist sehr reichhaltig und vielseitig.

Beim Abendessen besteht die Möglichkeit zwischen dem Buffetrestaurant und dem Hauptrestaurant zu wählen. Im Hauptrestaurant, welches sehr zu empfehlen ist, bekommt man ein mehrgängiges Menü, wobei man bei jedem Gang zwischen verschiedenen Speisen wählen kann. Falls man nichts findet, gibt es auch noch eine feste Karte die jeden Tag die gleichen Speisen (ca. acht zur Auswahl) beinhaltet. Dass ein Österreicher als Chefkoch engagiert wurde, konnte man vor allem an den köstlichen Nachspeisen feststellen.

Kulinarisch war die Reise ein absoluter Hochgenuss.

 

Kabine

Wir hatten eine Innenkabine auf Deck 8. Die Kabine ist ausreichend groß. Schränke und Ablagen sind auch für lange Reisen in entsprechender Größe vorhanden. Die Nasszelle ist ausreichend dimensioniert, es gibt eine feste Duschkabine. Der Fernseher, welcher auch zur Buchung von Landausflügen benutzt werden kann, gibt einem jederzeit einen Einblick in das Bordkonto. Ein Fön ist auch vorhanden. Es gibt Steckdosen mit 110V (amerikanisch) aber auch eine Steckdose mit 230V.

Als besonderes Extra kann man die Kabine mit einem Vorhang in 2 Teile trennen, so dass das Bett quasi in einem Extra Raum steht.

Die Kabine wurde von unserem Kabinensteward aus Costa Rica 2-mal am Tag saubergemacht. Er hat wirklich gute Arbeit geleistet und war immer freundlich und zuvorkommend.

Über das interaktive Fernsehen kann man auch rund um die Uhr kleine Speisen und Getränke kostenlos ordern.

Auf dieser Reise bestand die Möglichkeit die Owner-Suite zu besichtigen, welche mit 60 m² durchaus als Wohnung bezeichnet werden kann.

 

Service an Bord

Das Personal an Bord besteht aus den verschiedensten Nationalitäten. Wie üblich kommen viele Asiaten zum Einsatz, im Restaurantbereich sind auch viele Osteuropäer angestellt. Grundsätzlich sollte man Englisch können, um sich zu verständigen. Speisekarten und das Tagesmagazin „Cruise Compass“ gibt es jeden Tag in Deutsch. Des Weiteren standen auch deutschsprachige Hosts zur Verfügung.

Alle Mitarbeiter sind sehr freundlich und zuvorkommend.

Unter dem Personal findet man auch immer wieder Deutsche, die einem gerne weiterhelfen.

Das Trinkgeld wird automatisch vom Bordkonto abgebucht, es besteht jedoch die Möglichkeit einen Teil oder komplett zu stornieren. Man bekommt dann ein Belehrungsformular, welches man unterschrieben zurückgeben muss. Wir haben uns entschieden die automatische Abbuchung zu stornieren und haben lieber Bargeld an das für uns zuständige Personal verteilt. An der Reaktion merkt man meistens, dass es den Mitarbeitern so auch lieber ist.

  

Freizeiteinrichtungen an Bord

Die Radiance-Klasse, somit auch die Jewel, verfügt über ein reichhaltiges Freizeitangebot.

Auf dieser Reise waren ca. 1.400 Passagiere an Bord, also etwa 1.000 weniger als möglich. Dies machte sich auch bei den Freizeiteinrichtungen bemerkbar, die wenig frequentiert waren. Neben dem Pool im Außenbereich gibt es auch einen Innenpool mit fahrbarem Glasdach welches nur für Erwachsene gedacht ist. Dies wird vom Personal auch konsequent durchgesetzt, welches Eltern mit Kindern freundlich auf die Regelung hinweist, auch mit dem Hinweis, dass man bei schlechtem Wetter mit Kindern in den Innenbereich darf.

Wir nutzten mehrmals die Kletterwand und spielten Minigolf sowie Shuffleboard. Auch der Basket- und Fußballplatz wurde von uns unsicher gemacht.

Das Showprogramm am Abend ist, typisch amerikanisch, sehr hochwertig. Die Shows werden von einem Liveorchester begleitet.

In den Bars wird am Abend Livemusik gespielt.

 

Allgemeinbereiche

Dass dieses Schiff von der MeyerWerft stammt, merkt man vor allem auch an der hochwertigen Qualität und Verarbeitung der Materialien.

Die Allgemeinbereiche sind ausreichend dimensioniert, es gibt genügend Rückzugsmöglichkeiten. Das Innendesign ist, völlig untypisch für Amerikaner, sehr gedeckt und ansprechend. Auch hier merkt man sicher wieder den deutschen Einfluss beim Bau des Schiffes.

 

Fazit

Jederzeit wieder eine Reise mit Royal Caribbean auf der Radiance-Klasse.