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Im Mai 2007 führte die Jewel of the Seas von Royal Caribbean
einige Kurzkreuzfahrten mit Oslo und Hamburg als Basishäfen durch. Die
Überführungsreise von Hamburg nach Harwich, von wo das Schiff den ganzen Sommer
Trips nach Nordeuropa durchführt, wurde als 4-tägige Kurzkreuzfahrt mit
Zwischenhafen Amsterdam zu einem sehr günstigen Preis angeboten.
Da uns die Jewel of the Seas bereits von der Überführung in
Papenburg und einer kurzen Jungfernfahrt im April 2004 bekannt war, nahmen wir
dieses Angebot gerne war.
Die Buchung erfolgte reibungslos über ein Internet-Reisebüro, die
Reiseunterlagen lagen eine Woche vor Abreise im Briefkasten.
1. Tag: Anreise nach Hamburg und Einchecken
Da uns das An- und Abreisepaket der Reederei mit Basisflughafen
Frankfurt nicht zusagte, entschieden wir uns die An- und Abreise selbst zu
organisieren. Nach einiger Internetrecherche waren Flug- und Zugverbindungen
gefunden und wir haben einen günstigen Air-Berlin-Flug von Nürnberg nach Hamburg
(28 € pro Person) sowie den Rückflug von London-Stansted (109 € pro Person)
gebucht. Laut Information aus dem Internet würde die Zugfahrt von Harwich nach
Stansted noch mit ca. 34 Pfund pro Person (umgerechnet ca. 51 €) zu Buche
schlagen. Somit kostete uns die An- und Abreise annähernd so viel wie die
4-tägige Kreuzfahrt in der Innenkabine mit Vollverpflegung.
Um 7 Uhr morgens ging unser Flug nach Hamburg. Die Anbindung des
Hamburger Flughafens an das Hafengebiet ist als miserabel zu bezeichnen. Es gibt
die Möglichkeit für 5 € pro Person mit einem Expressbus zum Hauptbahnhof zu
fahren, von da aus geht´s dann per U-Bahn (ca. 2 € pro Person) weiter zur
Haltestelle Baumwall, von wo aus dann ein ca. 15-minütiger Fußmarsch zum
Kreuzfahrtterminal ansteht.
Wir entschieden uns für die Variante mit den öffentlichen
Verkehrsmitteln (2,50 € pro Person) mit 3-mal umsteigen (3x Bus, 1x U-Bahn) bis
zur Bushaltestelle Dalmannkai. Insgesamt ist man 1 Stunde unterwegs. Hamburg
sollte sich da unbedingt etwas einfallen lassen.
Wir kamen um 10:30 Uhr am Kreuzfahrtterminal an. Die Jewel lag
bereits am Anleger, von den am Morgen angekommenen Passagieren war, nichts mehr
zu sehen. Das offizielle Einchecken ging um 11 Uhr los, an Bord konnte man ab 12
Uhr. Unser Gepäck, natürlich mit den Kofferanhängern von Royal Caribbean
versehen, konnten wir direkt abgeben. Wir entschieden uns die halbe Stunde zu
warten und checkten anschließend problemlos ein. Erleichtert wurde dies, da wir
vom Online-Check-In auf der Homepage von Royal Caribbean Gebrauch gemacht
hatten.
Anschließend machten wir einen Spaziergang entlang dem Hafen zu
den Landungsbrücken und entschieden uns zu einer Hafenrundfahrt mit einer
Barkasse.
Gegen 14:30 Uhr waren wir am Kreuzfahrtterminal und gingen ohne
lange Wartezeit an Bord.
Nach der obligatorischen Rettungsübung legte die Jewel um 17 Uhr
ab und wir genossen die Ausfahrt entlang der Elbe an Deck.
2. Tag: Amsterdam
Am 2. Tag begrüßte uns an Deck strahlender Sonnenschein. Die
Nordsee zeigte sich von ihrer besten Seite – kein Wellengang. Wir frühstückten
an Deck. Die Ankunft in Amsterdam war für 15 Uhr geplant. Die Zufahrt nach
Amsterdam erfolgte durch die Schleuse in Ijmuiden mit anschließender Passage des
ca. 20 km langen Noordzeekanaal. Wir verbrachten die Zufahrt zur Schleuse auf
dem Vordeck. Die Jewel ist eines der wenigen Schiffe, auf dem Passagiere dort
freien Zutritt haben.
Die Passage der Schleuse war sehr interessant. Obwohl es von
Weitem nicht so aussieht, hat die Jewel darin gut Platz. Das Schleusen selber
dauert ca. 20 Minuten. Während der Passage des Kanals aßen wir im Außenbereich
am Heck zu Mittag und genossen die eindrucksvolle Aussicht.
Nach einem beeindruckenden Wendemanöver im Hafenbecken von
Amsterdam legte die Jewel pünktlich um 15 Uhr vor der Costa Atlantica am
Kreuzfahrtterminal von Amsterdam an. Wir gingen von Bord und drehten eine kleine
Runde zu Fuß durch die Innenstadt von Amsterdam. Bis zum Bahnhof, und damit
Beginn der Innenstadt, sind es vom Terminal 10 Minuten zu Fuß. Auf dem Weg
dorthin kommt man auch an einem Fahrradverleih vorbei.
Um ca. 19 Uhr kehrten wir auf das Schiff zurück und hatten unser
Abendessen im Hauptrestaurant. Da noch viele Passagiere in Amsterdam waren, war
es im Restaurant relativ leer. Abends fand auf Deck noch eine Pool-Party mit
Eisschnitz-Präsentation statt. Wir ließen den Abend ausklingen und verbrachten
die Nacht auf der Jewel im Hafen von Amsterdam.
3. Tag Amsterdam
Da uns Amsterdam bei unserem kurzen Rundgang nicht besonders
gefiel, schliefen wir erst mal aus und frühstückten anschließend an Deck.
Anschließend gingen wir wieder zum Bahnhof, wo auch die Boote für
Grachtenrundfahrten wegfahren. Wir machten eine 1-stündige Grachtenrundfahrt,
die sehr zu empfehlen ist, da man an allen wichtigen Sehenswürdigkeiten
vorbeikommt. Gegen 14 Uhr waren wir wieder an Bord, die Jewel setzte Ihre
Kreuzfahrt um 15 Uhr fort. Nach Passage des Noordzeekanaals und der Schleuse bei
Ijmuiden ging es in die offene See in Richtung Harwich.
4. Tag Harwich, London und Abreise
Die Jewel kam bereits morgens um 4 Uhr in Harwich an. Um 8 Uhr
mussten wir die Kabine verlassen. Am Abend zuvor hatten alle Passagiere
Kofferanhänger mit verschiedenen Farben bekommen. Jetzt hieß es warten, bis die
eigene Farbe aufgerufen wird. Wir verbrachten die Wartezeit im Buffetrestaurant
und frühstückten. Gegen 9:30 wurden wir aufgerufen und verließen die Jewel. Im
zeltähnlichen Terminal vor dem Schiff waren alle Koffer nach Farben sortiert
aufgestellt.
Der Kreuzfahrtanleger ist direkt neben den Bahnhof. Dort kauften
wir uns Zugtickets nach London-Stansted. Die Internetpreisauskunft war richtig
gewesen.
Der Zug fährt in 1 ½ Stunden zum Bahnhof London Liverpool Street.
Dort stellten wir unser Gepäck in der Gepäckaufbewahrung ein, kauften uns ein
Tagesticket für die Metro und zogen los zu den Sehenswürdigkeiten von London.
Das Wetter war optimal - ca. 20°C und Sonne.
Wir fuhren zuerst mit der U-Bahn zum Tower. Anschließend ging es
mit der U-Bahn weiter zum BigBen. Wenn man sich mal an das das System der
Londoner U-Bahn gewöhnt hat, ist es eigentlich ganz einfach, die richtige Bahn
zu finden. Eine Fahrt mit dem London Eye (Riesenrad) sparten wir uns, 14 Pfund
pro Person und über 1 Stunde Wartezeit an einem Wochentag sind etwas
übertrieben. Genauso verzichteten wir auf einen Besuch in Westminster Abbey.
Stattdessen pausierten wir in einem schönen Park zwischen Downing Street und
Buckingham Palace. Vom Palast der Königin ging es dann weiter per U-Bahn zum
Piccadilly Circus. Es ist schon beeindruckend mitten auf diesem Platz den
Verkehr vorbeiziehen zu sehen. Unsere letzte Station war die St. Pauls Cathedral,
die wir noch kurz vor einem Gottesdienst besichtigen konnten.
Vom Bahnhof Liverpool Street ging es weiter mit dem Stansted
Express zum Flughafen. Unsere Maschine nach Nürnberg hatte ca. 2 Stunden
Verspätung. Wir kamen etwas geschafft kurz nach Mitternacht zu Hause an.
Eindrücke von
der Jewel of the Seas
Essen
Das Essen auf der Jewel war durchweg positiv. Die Speisen im
Buffetrestaurant waren reichhaltig und abwechslungsreich. Von einer
reichhaltigen Salatauswahl über Hamburger, Pizza und Pasta, bis hin zu
chinesischer Küche, Obst und Nachspeisen war für jeden etwas geboten.
Beim Frühstück konnte man sich Omelette, Rühreier und Spiegeleier
frisch zubereiten lassen. Auch das Frühstücksbuffet ist sehr reichhaltig und
vielseitig.
Beim Abendessen besteht die Möglichkeit zwischen dem
Buffetrestaurant und dem Hauptrestaurant zu wählen. Im Hauptrestaurant, welches
sehr zu empfehlen ist, bekommt man ein mehrgängiges Menü, wobei man bei jedem
Gang zwischen verschiedenen Speisen wählen kann. Falls man nichts findet, gibt
es auch noch eine feste Karte die jeden Tag die gleichen Speisen (ca. acht zur
Auswahl) beinhaltet. Dass ein Österreicher als Chefkoch engagiert wurde, konnte
man vor allem an den köstlichen Nachspeisen feststellen.
Kulinarisch war die Reise ein absoluter Hochgenuss.
Kabine
Wir hatten eine Innenkabine auf Deck 8. Die Kabine ist
ausreichend groß. Schränke und Ablagen sind auch für lange Reisen in
entsprechender Größe vorhanden. Die Nasszelle ist ausreichend dimensioniert, es
gibt eine feste Duschkabine. Der Fernseher, welcher auch zur Buchung von
Landausflügen benutzt werden kann, gibt einem jederzeit einen Einblick in das
Bordkonto. Ein Fön ist auch vorhanden. Es gibt Steckdosen mit 110V
(amerikanisch) aber auch eine Steckdose mit 230V.
Als besonderes Extra kann man die Kabine mit einem Vorhang in 2
Teile trennen, so dass das Bett quasi in einem Extra Raum steht.
Die Kabine wurde von unserem Kabinensteward aus Costa Rica 2-mal
am Tag saubergemacht. Er hat wirklich gute Arbeit geleistet und war immer
freundlich und zuvorkommend.
Über das interaktive Fernsehen kann man auch rund um die Uhr
kleine Speisen und Getränke kostenlos ordern.
Auf dieser Reise bestand die Möglichkeit die Owner-Suite zu
besichtigen, welche mit 60 m² durchaus als Wohnung bezeichnet werden kann.
Service an
Bord
Das Personal an Bord besteht aus den verschiedensten
Nationalitäten. Wie üblich kommen viele Asiaten zum Einsatz, im
Restaurantbereich sind auch viele Osteuropäer angestellt. Grundsätzlich sollte
man Englisch können, um sich zu verständigen. Speisekarten und das Tagesmagazin
„Cruise Compass“ gibt es jeden Tag in Deutsch. Des Weiteren standen auch
deutschsprachige Hosts zur Verfügung.
Alle Mitarbeiter sind sehr freundlich und zuvorkommend.
Unter dem Personal findet man auch immer wieder Deutsche, die
einem gerne weiterhelfen.
Das Trinkgeld wird automatisch vom Bordkonto abgebucht, es
besteht jedoch die Möglichkeit einen Teil oder komplett zu stornieren. Man
bekommt dann ein Belehrungsformular, welches man unterschrieben zurückgeben
muss. Wir haben uns entschieden die automatische Abbuchung zu stornieren und
haben lieber Bargeld an das für uns zuständige Personal verteilt. An der
Reaktion merkt man meistens, dass es den Mitarbeitern so auch lieber ist.
Freizeiteinrichtungen an Bord
Die Radiance-Klasse, somit auch die Jewel, verfügt über ein
reichhaltiges Freizeitangebot.
Auf dieser Reise waren ca. 1.400 Passagiere an Bord, also etwa
1.000 weniger als möglich. Dies machte sich auch bei den Freizeiteinrichtungen
bemerkbar, die wenig frequentiert waren. Neben dem Pool im Außenbereich gibt es
auch einen Innenpool mit fahrbarem Glasdach welches nur für Erwachsene gedacht
ist. Dies wird vom Personal auch konsequent durchgesetzt, welches Eltern mit
Kindern freundlich auf die Regelung hinweist, auch mit dem Hinweis, dass man bei
schlechtem Wetter mit Kindern in den Innenbereich darf.
Wir nutzten mehrmals die Kletterwand und spielten Minigolf sowie
Shuffleboard. Auch der Basket- und Fußballplatz wurde von uns unsicher gemacht.
Das Showprogramm am Abend ist, typisch amerikanisch, sehr
hochwertig. Die Shows werden von einem Liveorchester begleitet.
In den Bars wird am Abend Livemusik gespielt.
Allgemeinbereiche
Dass dieses Schiff von der MeyerWerft stammt, merkt man vor allem
auch an der hochwertigen Qualität und Verarbeitung der Materialien.
Die Allgemeinbereiche sind ausreichend dimensioniert, es gibt
genügend Rückzugsmöglichkeiten. Das Innendesign ist, völlig untypisch für
Amerikaner, sehr gedeckt und ansprechend. Auch hier merkt man sicher wieder den
deutschen Einfluss beim Bau des Schiffes.
Fazit
Jederzeit wieder eine Reise mit Royal Caribbean auf der
Radiance-Klasse.
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